Privatpraxis Dr. med. Ulrike Stebner - Loslassen und frei sein
Loslassen und frei sein
 
Eine Frau wollte auf einen Berg wandern. Sie packte ihren Rucksack mit all´ den Dingen, die sie für die Bergtour benötigte. Anschließend ging sie zu Freunden und zu ihrer Familie, um sich zu verabschieden. Viele von ihnen gaben der Frau etwas mit, mal etwas Größeres, mal nur eine Kleinigkeit. Sie legte alles in ihren Rucksack, den sie jetzt kaum noch schließen konnte, und begab sich auf den Weg in die Berge.
 
Die Frau ging einige Zeit mit ihrem Rucksack auf dem Rücken, der immer schwerer wurde, bis sie an einen See kam. Dort wollte sie eine Weile rasten und wieder Kraft schöpfen. Der Rucksack war ja nun sehr voll, und sie konnte ihn kaum noch tragen. Also leerte sie ihn von den Gegenständen, die sie nun wirklich nicht so dringend benötigte, und legte diese Sachen sorgfältig unter einen Baum.
 
Dann wanderte sie weiter, nahm ab und zu immer wieder Dinge aus ihrem Rucksack, deponierte sie liebevoll an Plätzen, die sie gut wiederfinden konnte und wanderte weiter. Als sie die Baumgrenze erreicht hatte, war das Gepäck schon so leicht geworden, dass sie fast auf den Gipfel lief.
 
Oben angekommen genoss die Frau die Aussicht, die weite Sicht ins Land, das Einssein mit der Natur und vor allem die Freude darüber, dass sie es geschafft hatte, diesen Berg zu besteigen. Bevor sie den Rückweg antrat, trug sie sich noch in das Gipfelbuch ein. Dort stand dann folgendes:
 
Auf meinem Weg habe ich nach und nach Lasten des Lebens abgelegt und bin jetzt frei!